Grenzen der Rückengymnastik

Mediziner und Physiotherapeuten rufen immer wieder zu mehr Bewegung auf. Dabei geht es sicher nicht darum, in Jahresfrist fit für einen Marathon zu werden. Vielmehr soll mithilfe einfacher Übungen aus der Rückengymnastik die Gesundheit des Rückens gestärkt und Beschwerden im Alter vorgebeugt werden. Trotz der Vorteile, die Rückengymnastik für den Einzelnen hat - ein Allheilmittel gegen die gefürchtete Volkskrankheit Rückenschmerzen ist sie sicher nicht. Auch die Rückengymnastik hat ihre Grenzen. Als vorbeugende Maßnahme sicher von Vorteil und ein Mittel, um den körperlichen Verfall durch den modernen Lebenswandel wenigsten aufzuhalten, kann sie im akuten Stadium hochgradig schmerzhafter Rückenbeschwerden allein nur noch wenig ausrichten.

In solch schweren Fällen genießen andere Therapiemaßnahmen den Vorzug - die Rückengymnastik kommt lediglich unterstützend zum Einsatz. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem Ruhe, Wärmebehandlungen oder eine medikamentöse Therapie. Am Ende eines langen Leidenswegs stehen sogar operative Eingriffe. Besonders im Rahmen anatomischer Fehlstellungen stößt die Rückengymnastik an Grenzen. Hier kann sie zwar immer noch unterstützend eingesetzt werden, allerdings nur eingeschränkt. Grund: Fehlstellungen, Verwachsungen und andere Beschädigungen der Wirbelsäule führen in unterschiedlichem Umfang zu einem Mobilitätsverlust. Falsch angewendet führt Rückengymnastik in dieser Situation zu zusätzlichen Schmerzen und wirkt am Ende kontraproduktiv. Ein anderer Fall, welcher der Rückengymnastik Grenzen setzt, wären degenerative Muskelerkrankungen. In dieser Situation können die Übungen das Fortschreiten zwar herauszögern. Linderung und Heilung durch Rückengymnastik ist dagegen unmöglich. Trotz allem bleibt die Rückengymnastik ein wirksames Mittel gegen Rückenbeschwerden - besonders wenn sie vorbeugend oder im Zuge der Rehabilitation nach einem Unfall zum Einsatz kommt.