Rückengymnastik und Wohlbefinden

In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist. Diese Tatsache war bereits dem römischen Satiriker Decimus Iunius Iuvenalis bekannt. Geändert hat sich daran bis heute nichts. Denn wo Patienten körperlich leiden, ist in den meisten Fällen auch das mentale Wohlbefinden gestört. Aber auch in die entgegengesetzte Richtung argumentieren mehr und mehr Mediziner. Leiden wir auf Dauer an Stress, Anspannung oder innerer Unruhe, wirkt sich diese mentale Dysbalance nach Ansicht vieler Therapeuten auch auf das körperliche Wohlbefinden aus.

Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet erfüllt Rückengymnastik einen doppelten Zweck. Sie lindert auf der einen Seite körperliche Beschwerden. Auf der anderen Seite hilft Rückengymnastik dabei, das mentale Wohlbefinden wiederzufinden. Wie hängen Rückenbeschwerden und die Psyche aber zusammen? Besonders häufig beginnt der Rücken bei Patienten ohne erkennbare körperliche Ursache dann zu schmerzen, wenn sie unter hohem Druck stehen. Sei es privat oder im Beruf - überall dort, wo man äußerlich die Haltung bewahren muss, obwohl im Inneren der Halt fehlt, äußert sich dieses Ungleichgewicht in Form der Rückenbeschwerden. Die innere Anspannung sorgt dafür, dass die Muskulatur unwillkürlich stärker angespannt wird als gewöhnlich. Letztendlich überträgt sich so das mentale Unwohlbefinden auf die Muskulatur, erhöht deren Grundspannung und führt als direkte Folge zu Rückenbeschwerden.

Angesichts dieser engen Verbindung zwischen psychischen Belastungen und Rückenschmerzen ist auch klar, warum gerade Rückengymnastik eine beiderseitig positive Wirkung zu entfalten vermag. Allerdings darf man in diesem Zusammenhang keine medizinischen Wunder erwarten. Um langfristig frei von Beschwerden bleiben zu können, muss zuerst das innere Ungleichgewicht beseitigt werden.