Rückenmuskulatur vs. Wirbelsäule

Nicht zwangsläufig entstehen Rückenbeschwerden durch Verspannungen der Muskulatur. Zwar glaubt ein erheblicher Teil der Patienten im ersten Moment an die Rückenmuskulatur als Ursache der Schmerzen. Demgegenüber steht dann aber oft eine Diagnose, die in der Wirbelsäule die Ursache der Schmerzen sieht. Was bedeutet dies aber für den Betroffenen im Einzelnen? Und warum wird an dieser Stelle überhaupt zwischen Wirbelsäule und Muskulatur unterschieden?

Je nach Ursache kann sich die Therapie deutlich unterscheiden. Einer der bekanntesten Rückenbeschwerden - ausgehend von der Wirbelsäule - ist der Hexenschuss. Dessen Ursachen können vielfältiger Natur sein: Neben der Blockierung eines Wirbelgelenks über die Kapselzerrung eines Wirbelgelenkes bis hin zum klassischen Bandscheibenvorfall kommt alles in Frage. Bezüglich der Therapie stehen in diesem Fall nicht die Rückengymnastik, sondern Bettruhe, Wärmebehandlung und eine Linderung der Schmerzen im Vordergrund. Erst untergeordnet sind Krankengymnastik und Massagen indiziert. Wer sich hier durch gymnastische Übungen selbst therapieren will, kann mit der Krankengymnastik genau das Gegenteil erreichen.

Ganz anders dagegen die Situation, wenn die Beschwerden nicht von der Wirbelsäule, sondern von der Muskulatur ausgehen. Hier genießen, neben Wärmebehandlung und Schmerztherapie (in akuten Fällen), vor allem Massagen und Rückengymnastik einen hohen Stellenwert in der Therapie. Dabei geht es aber nicht nur um die Linderung akuter Beschwerden: Vielmehr wollen Ärzte und Therapeuten ihre Patienten darüber aufklären, wie sie in Zukunft Schmerzen im Bereich des Rückens vermeiden können. Unter dem Stichwort Rückenschule ist die Therapie möglichst langfristig und nachhaltig angelegt. Um eine zielgerichtete und erfolgreiche Therapie garantieren zu können, ist die Identifizierung der Schmerzursache von Vorrang, weshalb der Rat eines Arztes unumgänglich ist.&xnbsp;